Another brick in the wall

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Jahren kommt Ton beim Bau zum Einsatz: Ob Brücken, Mauern oder Häuser, Ton ist nach Holz der älteste Baustoff der Welt. Kein Wunder, bringt Ton doch eine Vielfalt an Vorteilen mit sich – insbesondere in gebrannter Form: Von kälteabweisend über feuchtigkeitsresistent bis hin zu witterungsbeständig, als natürlicher Baustoff ist Ton nicht nur sehr nachhaltig, sondern erfreut sich auch unter Architekten wieder zunehmender Beliebtheit. Woran das liegt? Die Bilder, die Architekturfotograf Patrick Weber im Auftrag von Röben Tonbaustoffe gemacht hat, verraten, welches Potenzial im Baustoff Ton heute liegt.

Da steckt Leben drin: Fassaden aus Ton

Ein Blick in die Architekturgeschichte macht deutlich: Klinker gehören schon seit Jahrhunderten zu den Baustoff-Basics. Da zeugen die farbenprächtigen Tonziegel des 562 v. Chr. errichteten babylonischen Ischtartores heute noch von der Robustheit und Stabilität des Baustoffs Ton. Aber auch die filigran geformten Blendfassaden der norddeutschen Backsteingotik machen seit mehr als 800 Jahren deutlich: gebrannter Ton ist genauso stabil wie auch flexibel. Je nachdem, welche Mineralien in ihm enthalten sind, wie er gebrannt und veredelt wurde, weist jeder einzelne Tonziegel eine andere Farbe und damit auch sehr unterschiedliche Schattierungen auf. Dabei reicht die Palette von Grau-braun und Ocker über Gelb-grün und Rosa bis hin zu Rot-braun und Schwarz. Genau dieses natürliche Farbenspiel trägt mit dazu dabei, dass Tonfassaden eine große Leichtigkeit und Lebendigkeit innewohnt:

Architektur in Möhlin im Kanton Aargau, Wohnüberbauung mit Klinkerfassade von Röben

Tonklinker: So vielseitig, wie die Natur

Gleichzeitig passen sich Fassaden aus Ton aber auch hervorragend an verschiedenste Architekturräume an: Ob ländlich geprägtes Umfeld, urbaner, dicht bebauter Raum oder industrielles Areal, sensibel designte und arrangierte Tonfassaden spiegeln ihr architektonisches Gegenüber in perfekter Symbiose wider. So korrespondiert zum Beispiel die Tonfassade der PH Bern mit den Klinkerfassaden der ehemaligen Industrieanlagen der von Roll AG auf natürliche Art und Weise und knüpft darüber aber auch architektonisch stilsicher an die industrielle Vergangenheit des ehemaligen Fabrikgeländes an:

 

Fürstentum LichtensteinDas moderne Bürogebäude im Fürstentum Lichtenstein nutzt hingegen die Eckigkeit von Klinkerziegeln, um die kubistische Architektur optisch noch einmal zu potenzieren. Der Massivität der gewählten Form wird durch angedeutete Blendsäulen und übergroße Fensteröffnungen geschickt entgegengearbeitet. In der Wahl einer dunklen, ja fast schwarzen, Tonfassade kommt zudem das Bestreben zum Ausdruck, den Charakter der umliegenden Alpenlandschaft architektonisch aufzunehmen.

Auch in Dornbirn geht die Wohnanlage „Villen am Park“ optisch eine harmonische Beziehung zur historischen Bebauung in der Nachbarschaft ein. Bewusst wurde hier die Tonfassade durch farbliche Akzente vitalisiert, um eine hohe Individualität und einen möglichst großen Naturbezug zum Ausdruck zu bringen.

Ton als energieeffizienter Baustoff

Neben den vorgestellten optischen Vorzügen, die Fassaden aus Ton bieten, ist Ton aber auch einer der energieeffizientesten Baustoffe der Natur. Aus diesem Grund kommen Tonfassaden auch zunehmend beim Bau von Niedrigenergiehäusern zum Einsatz. Denn als umweltfreundlicher, wartungsarmer und witterungsbeständiger Baustoff dämmen gerade Fassaden aus Tonbaustoffen nicht nur die Gebäudeaußenhaut langfristig und wirksam, sondern speichern auch Wärme besonders lange. Gleichzeitig entsteht in den Innenräumen ein natürliches, angenehmes Raumklima, das auch höchsten Ökostandards gerecht wird. Es überrascht daher nicht, dass inzwischen auch Qualitätslabels, wie MINERGIE®, erfolgreich auf diesen ökologischen und nachhaltigen Baustoff aus der Natur setzen.

Über Patrick Weber, Architekturfotograf Konstanz

Es sind die kleinen Details, die der Architektur etwas Einzigartiges verleihen. Diese hervorzuheben und dabei dennoch nicht den Bezug zum großen Ganzen zu verlieren, das gelingt Architekturfotograf Patrick Weber in seinen Bildern mit viel Feingefühl. Ausgestattet mit einem reichen Erfahrungsschatz, setzt der in der Schweiz, Deutschland und Österreich tätige Architekturfotograf Formen, Farben und Linien gekonnt in Szene und beweist damit auch: die Schönheit von Architektur liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern ist auch immer eine Frage der Perspektive.

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