Die berühmtesten Architekten der Schweiz

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Die Schweiz hat bereits im 20. Jahrhundert zahlreiche berühmte Architekten hervorgebracht. Und auch heute spielen viele Schweizer Architekten eine wichtige Rolle in der internationalen Baukunst. Wir stellen Ihnen 5 zeitgenössische Schweizer Architekten vor, die nicht nur die nationale Baukultur geprägt, sondern auch im Ausland architektonische Akzente gesetzt haben. 

Le Corbusier

Der aus der französischen Schweiz stammende Le Corbusier (1887-1965) gilt als Wegbereiter der modernen Architektur. Seine Kirchen, Wohnbauten und Möbel zählen unumstritten zu den Ikonen des 20. Jahrhunderts. Le Corbusier wollte aber nicht nur Möbel und Häuser bauen – vielmehr strebte er danach, ganze Städte für eine neue technisierte Gesellschaft zu entwerfen. In seinen zwischen 1947 und 1965 an vier Orten in Frankreich und in Berlin realisierten „Unités d’Habitation“ sah Le Corbusier eine ideale Lösung für den Wohnraummangel nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch standardisierte Serienproduktionen sollten diese Vorläufer der Plattenbauten ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit erreichen.
Le Corusiers erste Unité d’Habitation (Wohneinheit) wurde 1947 in Marseille gebaut. Das Gebäude ist circa 140 Meter lang, 25 Meter breit und 56 Meter hoch. Der Skelettbau aus Stahlbeton besitzt 18 Geschosse und 337 zweigeschossige Apartments. Mit verschiedenen Einrichtungen des täglichen Bedarfs, wie zum Beispiel einer Ladenstraße, einer Wäscherei, einem Kindergarten mit Dachterrasse, einem Theater oder einer Sporthalle, versuchte Le Corbusier den menschlichen Anforderungen in Städten zu entsprechen. Selbst bezeichnete er seine Hochhaussiedlungen als „Wohnmaschinen“. Das Zusammenfassen von Wohnen und anderen Funktionen entsprach seinem Leitbild einer „vertikalen Stadt“.

Unite d'Habitation, Marseille
© Crookesmoor

Peter Zumthor

Peter Zumthor (*1943) ist bekannt für seine wegweisenden Entwürfe. Besonders seine Liebe für hochwertige und dekorative Materialien zeichnen seine Bauten aus. Seit über 20 Jahren gehört er zu den berühmtesten Schweizer Architekten im In- und Ausland. Peter Zumthor wurde bereits mit zahlreichen Architekturpreisen geehrt – 2009 erhielt er den Pritzker-Preis für Baukunst, der bedeutendste Architekturpreis der Welt. Vor allem seine Museumsbauten sind aus der Kulturlandschaft der Schweiz, Deutschlands oder Österreichs nicht mehr wegzudenken. So auch das Kunsthaus in Bregenz, das Zumthor im Jahre 2007 entwarf.
Das Kunsthaus Bregenz steht am Ufer des Bodensees inmitten einer Häuserreihe. Statt einem Gebäude, entwarf der Architekt gleich zwei: ein kleines Verwaltungsgebäude und das eigentliche Museum. Diese Trennung ist für den Ausstellungsbetrieb von großem Vorteil, denn das separate Ausstellungsgebäude verstärkt die Konzentration auf den eigentlichen Zweck. Die großen Ausstellungsräume werden lediglich durch tragende Stahlbetonwände unterbrochen. Der Treppenaufgang ist inmitten des Gebäudes platziert. Die Fassade aus Glaspappe lässt viel Licht in die Räume. Von außen dagegen, wirkt das Gebäude wie ein Leuchtkörper. „Es nimmt das wechselnde Licht des Himmels, das Dunstlicht des Sees in sich auf, strahlt Licht und Farbe zurück und lässt, je nach Blickwinkel, Tageszeit und Witterung etwas von seinem Innenleben erahnen.“, schrieb Peter Zumthor.

Kunsthaus Bregenz
Kunsthaus Bregenz
Photo: Matthias Weissengruber
© Kunsthaus Bregenz

Mario Botta

Die Bauten des aus dem Tessin stammenden Mario Botta (*1943) stehen gleich auf drei Kontinenten. Mit einer kompromisslosen Beschränkung auf einfache geometrische Formen, schafft er es bereits als 20-Jähriger zu internationaler Anerkennung. Er gilt als Gründer der „Neuen Tessiner Architektur“, in der seine Vorliebe für massive Baumaterialien wie Naturstein oder Backstein deutlich erkennbar wird.
Auch das San Francisco Museum of Modern Art ist durch diese für Mario Botta typischen Materialien geprägt. Der gewaltige Ziegelbau mit abgeschrägtem, zylinderförmigem Dachaufsatz in rötlich-weißem Streifenmuster wurde im Januar 1995 eröffnet.
san francisco museum of modern art

Pierre de Meuron & Jacques Herzog

Die Schweizer Architekten Pierre de Meuron und Jacques Herzog gründeten 1978 das Architekturbüro Herzog & de Meuron in Basel. Heute zählt es zu den renommiertesten Planerbüros weltweit. Gemeinsam schufen sie eine Architektursprache, der sowohl eine ästhetische, als auch eine soziale und städtebauliche Idee zugrunde liegt. Berühmt wurden die beiden Stararchitekten mit ihrem Entwurf für die Tate Modern in London. Zu ihren bekanntesten Entwürfen zählen auch das St. Jakob Park Stadion in Basel, die Allianz Arena in München oder das National-Stadion in Peking, das für die Olympischen Spiele 2008 in China errichtet wurde.
In Zusammenarbeit mit der China Architecture Design & Research Group, Arupsport und dem Künstler Ai Weiwei gingen Herzog & Meuron im Jahr 2002 als Sieger aus dem internationalen Architekturwettbewerb für das National-Stadion in Peking hervor. Das 300 Meter lange, 220 Meter breite und 69,2 Meter hohe Gebäude wird auf Grund seiner Form auch “Vogelnest” genannt.

nationalstadion peking

Bernhard Tschumi

Berühmt wurde der vor 70 Jahren in Lausanne geborene Architekt Bernhard Tschumi (*1944) mit den „Folies“ im Parc de la Villette in Paris. Er schaffte es, sich beim Wettbewerb gegen über 700 Konkurrenten durchzusetzten. Sein Entwurf sah eine Landschaftsarchitektur mit Eventcharakter vor, zum Beispiel ein Kino mit 360°-Projektionsfläche, ein Sportplatz, ein Brückenbau und oder ein Freiraum für Konzerte. Die rote Farbe bringt alle Objekte in einen Kontext. Blau gepflasterte Wege verbinden die zahlreichen Orte miteinander. Dazwischen liegen große Grünflächen. Nicht lange nach der Fertigstellung des Parks gründete Tschumi sein Architekturbüro in New York und seit 2002 organisiert er seine französischen Projekte von seinem zweiten Büro in Paris aus.
parc de la vilette paris

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