Green Building: Wie Architekten beim Bau an den Abriss denken

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Die Endlichkeit der weltweiten Ressourcen, die zunehmende Zerstörung unseres Planeten: Die Notwendigkeit, die Umwelt besser zu schützen, ist mittlerweile in dem kollektiven Bewusstsein angekommen. Doch wie Architekten nachhaltig planen und bauen können, das ist nicht endgültig geklärt. Denn klar ist, dass Nachhaltigkeit nur dann funktioniert, wenn sie über Jahrzehnte trägt. Wie dieser Anspruch mit den sich immer schneller verändernden Wünschen der Bauherrn und Auftraggebern in Einklang gebracht werden kann, damit beschäftigt sich die Idee des Green Buildings.

Was ist Nachhaltigkeit?

Die Idee der Nachhaltigkeit in der Architektur basiert auf drei Säulen: der Ökologie, der Ökonomie und dem Nutzerkomfort. Kurz gefasst: Auch künftige Generationen sollen die Möglichkeit haben, ein gutes, ein sicheres Leben in unserer Umwelt führen zu können. Deshalb ist auch die Generationengerechtigkeit ein Aspekt, den die Nachhaltigkeit streift.

Rohstoffe, die endlich sind, dürfen nach der Idee der Nachhaltigkeit nicht bis zum Letzten ausgebeutet, die Natur nicht zerstört werden. Die aktuelle Generation muss Sorge für das Auskommen der nächsten Generationen tragen.

Green Building muss nicht ökig sein

Experten sprechen in der Architektur gerne von  Green Building, wenn es um Nachhaltigkeit  geht. Die Gebäude, die unter dieser Themenstellung gebaut werden,  zeichnen sich unter anderem durch eine hohe Ressourceneffizienz in den Bereichen Wasser, Energie und Materialverbrauch aus. Außerdem sollen sie den Bewohnern eine gesunde Arbeits- und Lebensumgebung sichern.

Und weil Nachhaltigkeit ein langfristiger Gedanke ist, soll bei der Konstruktion des Gebäudes schon an dessen Demontage gedacht werden. Lassen sich die Baumaterialien wiederverwerten oder entsteht zumindest kein Problemmüll bei der Entsorgung?

Der DGNB will sich aber nicht auf diese drei Ansatzpunkte beschränken. „Funktionale Aspekte, Technik, Prozesse und der Standort (stehen)  im Fokus bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Gebäude und Stadtquartiere“, so der Verein auf seiner Homepage unter www.dgnb.de.

Für die DGNB sei Nachhaltigkeit mehr als nur ein Wort: „Wir verstehen darunter die Verpflichtung der gesamten Gesellschaft, Verantwortung für gegenwärtige Probleme wie Klimawandel und Ressourcenverknappung zu übernehmen, anstatt sie kommenden Generationen zu überlassen.“

Nachhaltiges Bauen kann dazu einen entscheidenden Beitrag leisten: „Laut Bundesumweltministerium wird rund ein Drittel des Ressourcenverbrauchs in Deutschland von Gebäuden verursacht“, erklärt die Gesellschaft weiter.

Wer nachhaltig bauen möchte, muss deshalb aber nicht alle architektonischen Ansprüche über Bord werfen. Experten wie Fachplaner und Architekten wissen, wie Nachhaltigkeit und Ästhetik unter einen Hut gebracht werden können.

Harte Fakten zählen

Es gibt keine wissenschaftliche Formel, mit deren Hilfe die Nachhaltigkeit eines Gebäudes errechnet werden könnte. Fachleute orientieren sich stattdessen an  Kriterien, die im Auftrag der Bundesarchitektenkammer entwickelt worden sind und derzeit noch verfeinert werden.  Diese sind:

  • Die architektonische Qualität des Gebäudes. Wie ist es um die Komposition, die Proportionalität, die Konstruktion, die Gesamtanmutung und die Details bestellt?
  • Die Funktionalität.Dabei werfen die Experten, die die Nachhaltigkeit eines Gebäudes beurteilen wollen, einen Blick auf dessen Grundriss und die Möglichkeit einer anderen Nutzung. Gebäude, die zum Beispiel nur für einen einzigen Zweck eingesetzt werden können, entsprechen nicht der Idee der nachhaltigen Nutzung.
  • Die städtebauliche Qualität. Dabei ist von großer Relevanz, ob das zu beurteilende Gebäude angemessen in die Stadt oder die Landschaft eingebunden ist. Aber auch die Gestaltung von Freiräumen und die Beachtung der Topographie spielen eine Rolle.

 

Nachhaltiges Bauen in der Schweiz

In der Schweiz wurde das Projekt „Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz –  Hochbau (SNBS)“ bereits 2013 auf den Weg gebracht. 28 Projekte wurden dafür analysiert.

Nach der einjährigen Testphase zeigte sich, dass die Schweizer auch mit anderen Details beschäftigen wollen. So sollen auch individuelle Gestaltungsspielräume, Platz für soziale Kontakte und die Auswirkungen des Gebäudes auf die Gesundheit und die Lebensqualität der Bewohner und Nutzer in die Einschätzung einfließen.

Der Schweizer Bundesrat hat sich die Förderung des nachhaltigen Bauens auf die Fahnen geschrieben. So soll die nachhaltige Entwicklung des Landes unterstützt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) wurde 2007 von 16 Initiatoren gegründet. Sie kommen aus unterschiedlicher Fachrichtungen der Bau- und Immobilienwirtschaft. Ziel ist es, nachhaltiges Bauen stärker zu fördern. Aktuell gehören dem Verein über 1200 Mitglieder aus aller Welt an.

 

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