Vom Show-Kamin zur echten Heizquelle

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In den 70er Jahren waren  große, ausladende Kamine in. Als Showkamin machen die wuchtigen Exemplare auch heute noch was her, doch ihre Heizleistung lässt meist massiv zu wünschen übrig. So kommt bei vielen Hausbesitzern der Wunsch auf, das alte Monstrum abzureißen und durch einen modernen Kaminofen zu ersetzen.  Dabei gibt es aber einige Stolperfallen, die es zu beachten gilt.

Weg vom Sandwich-Effekt

In kaum einem romantischen Hollywoodfilm, der im Winter spielt, darf er fehlen: Der große, offene Kamin. Gerade in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war diese Art von Kaminen angesagt. Doch außer gut zu wirken, haben diese Feuerstellen meist wenig drauf.

Nachteile:

  • Klassische, offene Kamine brauchen viel Platz. Den brauchen Kachelöfen zwar auch, diese bestechen aber dafür durch eine beeindruckende Heizleistung.
  • Wer schon einmal vor einem offenen Kamin gesessen hat, der hat ihn erlebt, den Sandwich-Effekt: Das Gesicht wird heiß, am Rücken bleibt es eher kühl. Die Wärmeverteilung dieser Kamine ist meist nicht optimal.
  • Durch ihre Größe brauchen die Kamine auch eine verhältnismäßig große Sicherheitsfläche, um Brände durch Glut, die aus dem Kamin fliegen kann, zu verhindern. Diese Glasplatten, Fliesenböden oder trendig gestylte Bodenabschnitte aus Schiefer können natürlich ins Raumkonzept integriert werden. Trotzdem geht Platz verloren.

Alternativen gibt es einige

Wer seinen alten Kamin durch einen neuen ersetzen möchte, hat den Vorteil, dass es bereits einen Schornstein gibt, der genutzt werden kann.  Doch auch wenn der Standort verändert werden soll, gibt es Lösungen, die keinen starken Eingriff in die Bausubstanz nötig machen: Ein außen an der Fassade angebrachter Edelstahl-Schornstein lässt sich ohne großen Aufwand realisieren.

Solche Modelle gibt es als Bausätze im Baumarkt  – doch davon sei abgeraten: Bauen Laien einen Kamin, gehen sie ein gewisses, nicht zu unterschätzendes Risiko ein. Auch wenn der Wunsch, Geld zu sparen, nachvollziehbar ist, einen Hausbrand will sicher niemand riskieren.  Die selbe Warnung sei auch in Richtung Baumarkt-Kamine gerichtet. Natürlich sind diese Modelle fast immer billiger als die von echten Ofenbauern, doch vor solchen „Wackelkandidaten“, die „irgendwie nach Feierabend“  von Heimwerkern aufgebaut werden, graut es nicht nur den Schornsteinfegern. (LINK ZU Warum es der Ofenbauer sein muss)

  • Einfache Kaminöfen heizen einen oder mehrere Räume
  • Kachelöfen brauchen mehr Platz, haben aber eine größere Heizleistung. Sie können auch gut genutzt werden, um über spezielle Systeme das ganze Haus zu heizen.
  • Kaminöfen können auch zum Kochen eingesetzt werden. Diese Modelle sind naturgegeben niedriger als die hohen modernen Varianten, schließlich muss ihre Arbeitshöhe für den Nutzer bequem zu erreichen sein. Auf Herdplatten kann wie zu Großmutterszeiten gekocht werden.
  • Wer nicht kochen, aber backen will, kann ein modernes Ofenmodell wählen, in dem im oberen Teil ein Backfach eingerichtet ist. Wie bei den Herdplatten auch, ist die  Kontrolle der Temperatur natürlich nicht ganz so einfach wie an einem Elektroherd in der Küche.

Warum es der Ofenbauer sein muss

Moderne Kaminöfen gibt es im Fachhandel, in Baumärkten und natürlich über das Internet. Doch die Auswahl, welche Art von Kaminofen im Wohnzimmer stehen soll, ist nur ein kleiner Teil der Arbeit.

  • Die Kaminberechnung ist von großer Wichtigkeit. Nur wenn klar ist, dass der Kamin ausreichend gut die Abgase nach oben ins Freie leiten kann und dabei kein Glanzruß entsteht, ist die nötige Sicherheit gegeben. Denn wenn die Abgase im Kaminzimmer verbleiben, besteht im schlimmsten Fall Erstickungsgefahr. Entsteht der gefürchtete Glanzruß im Inneren des Kamins, kann es zu einem Kaminbrand kommen.
  • Genauso wenig darf die Berechnung der Statik unterschätzt werden. Je schwerer ein Kaminofen ist, desto mehr Wärme kann er zwar speichern, doch das nützt nichts, wenn er droht durch den Boden zu brechen.
  • Gerade bei Häusern, die in Holzständerbauweise errichtet worden sind, ist es sehr wichtig, die Wand, an der der Kaminofen stehen wird, genau zu begutachten. Bei falscher Montage ist das Risiko gegeben, dass die Balken in der Wand anfangen zu schmoren.

Wie funktioniert die Wärmespeicherung?

Natürlich gibt ein Ofen die meiste Wärme ab, wenn in ihm ein Feuer brennt. Doch durch verschiedene Materialien ist es möglich, dass der Kaminofen auch noch Stunden nach dem Erlöschen der Glut eine wohlige Wärme im Raum verbreitet.

  • Schamottsteine sind bruchempfindlich, ihre Leistung zur Wärmespeicherung ist  nicht optimal.
  • Gussspeichereinlagen sind deutlich schwerer als Schamottsteine, können aber deutlich besser Wärme speichern und über längere Zeit abgeben. Wie viele solcher Einlagen auf einen Kaminofen gepackt werden können, hängt von der Tragfähigkeit des Zimmerbodens ab.

 

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