Glassteine beim Bauen und Sanieren im Fokus

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Beim Bauen und Sanieren nimmt der Baustoff Glas einen immer höheren Stellenwert ein. Denn Licht ist eines der wichtigsten Gestaltungselemente der modernen Wohngebäude- und Objektplanung. Glassteine, auch Glasbausteine genannt, bilden in ihrer angebotenen Vielfalt die optimale Basis, um kreative und ausgefallene Entwürfe umzusetzen.

Glasbausteine – ein Baustoff für die transluzente Architektur

Glasbausteine werden entsprechend der DIN EN 1051 hergestellt und sind ein universeller Baustoff für nichttragende, vertikale Konstruktionen, für deren Errichtung die DIN 4242 gilt. Glassteine werden besonders für lichtdurchlässige Flächen an Fassaden und innerhalb von Räumen eingesetzt. Daneben lassen sich mit Glassteinen individuelle Möbelentwürfe und optische Raumteiler ohne Lichtverlust realisieren und architektonische Akzente setzen.

Die tausend Gesichter der Glasbausteine

Glassteine sind entweder Vollglasbausteine oder bestehen aus zwei miteinander verbundenen (verkitteten oder verschmolzenen) Kalk-Natron-Pressglasschalen. Üblicherweise sind Glassteine und damit Glassteinwände acht oder zehn Zentimeter dick. Ausnahmen bilden spezielle Wärme- und Brandschutzglassteine, die bis zu 20 Zentimeter dick sind. Neben 19 mal 19 Zentimeter großen Glassteinen sind auch andere quadratische, rechteckige und runde Formen sowie gebogene Eck- und Endsteine für Abschlüsse erhältlich. Darüber hinaus halten die Hersteller bis zu 200 verschiedene Farben, Oberflächenstrukturen und -beschaffenheiten bereit, mit denen sich unterschiedliche Grade an Durchsichtigkeit erzeugen lassen. Glassteine wirken transparent, obwohl diese den Durchblick stets mehr oder weniger stark verzerren. Planparallele Außenflächen gewähren einen verzerrungsfreien Durchblick. Transparente, satinierte, sandgestrahlte oder metallisierte Dekorsteine hingegen erschweren die Objekterkennung beziehungsweise machen diese unmöglich. Lichtlenkende Glassteine und solche mit strukturierter Oberfläche sorgen für spannende Lichteffekte und suggerieren Bewegung. Auf diese Weise wechselt im Tagesverlauf die Atmosphäre im Raum.

In der Regel beträgt der Lichtdurchlass 79 Prozent, was aber von Glassteinformat, -farbe und -oberfläche abhängig ist. Womit sich mit Glassteinen die laut Arbeitsstättenverordnung geforderten Sicht- und Sichtschutzbereiche bei großflächig verglasten Flächen problemlos einhalten lassen. Lüftungsflügel und -gittereinsätze stellen die Raumbelüftung sicher.

Die klassischen, klaren Glassteine waren eher schlicht, die aktuellen Glassteinsortimente jedoch zeigen das ganze Potenzial der Glassteine auf. Innovationen und Funktionalität haben genauso in die Kollektionen Einzug gehalten wie neue Dimensionen und Farben. So ließen sich mit Seves-Pegasus-Glassteinen erstmals fugenlose Glaswände umsetzen. Die farbigen Glassteine definieren zudem den Baustoff Glas vollkommen neu. Denn lackierte Glassteinränder und eingefärbte Sichtflächen mit oder ohne Satinierung in Pastell- oder Volltönen bewirken aufregende Farbeffekte und Stimmungen. Allerdings sind nicht alle Farbglasbausteine UV-stabil.

Neuerungen in der Glassteintechnik

Glassteine mit Hochleistungseigenschaften werden überall dort eingesetzt, wo es neben Lichtdurchlässigkeit auch auf Wärmedämmung, Objekt-, Schall- oder Brandschutz ankommt.

Wärmeschutzglassteine – Design und Energieeffizienz vereint

Glassteine waren vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren ein weitverbreitetes architektonisches Element. Seither hat sich der Glasstein gewandelt, nicht nur, um neue gestalterische Ideen zu ermöglichen, sondern auch, um den gestiegenen bauphysikalischen Anforderungen gerecht zu werden. Energieglassteine reduzieren im Vergleich zu herkömmlichen Glassteinen (im Durchschnitt U = 3,5 W/(m²K)) den Wärmeverlust um etwa 50 Prozent. Je nach Hersteller, Glassteinformat und Fugenmaterial schwankt der Wärmedurchgangskoeffizient von Energieglassteinen zwischen 1,4 und 1,6 W/(m²K). Dies wird erreicht, indem zwischen den Pressglasschalen eine metallisierte Floatglasscheibe integriert wird und die zwei Kammern mit wärmedämmendem Argon und nicht mehr mit trockener Luft gefüllt werden. Energieglassteine schützen vor übermäßiger Aufheizung im Sommer und vermindern den Wärmeverlust im Winter. Mit Glassteinen müssen also bei der Realisierung funktioneller Lösungen und nachhaltiger Bau- und Sanierungsmaßnahmen keineswegs Kompromisse eingegangen und auf eine attraktive Optik verzichtet werden.

Lärm mit Glasbausteinen ausschalten

Aufgrund des relativ hohen Eigengewichts der Glassteine und des gesamten Glassteinaufbaus weisen Glasbausteine hervorragende Schallschutzeigenschaften auf, sofern angrenzende Bauteile über die gleiche Schallschutzklasse verfügen. Glassteine sind daher für Wohnbereiche, öffentliche und gewerbliche Gebäude und für Räume, wo konzentriert gearbeitet oder die Intimsphäre gewahrt werden muss, geeignet.

Sicherheitsglassteine für den Objekt- und Personenschutz

Glassteine erfüllen ohne spezielle Verlegeform die DIN 18032 Teil 3, weshalb diese als sicher gegen Ballwurf, Erschütterungen und dergleichen gelten. Einige Glassteine besitzen darüber hinaus einen hohen Durchbruchschutz und stellen so eine wirksame einbruchhemmende Verglasung dar. Der Durchbruchschutz lässt sich durch Anpassung des Glassteinformats, der Fugenbreite, der Bewehrung und des verwendeten Mörtels noch verbessern. Damit können Glassteine in allen Bereichen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen verbaut werden. Hinzu kommt bei durchschusshemmenden Glassteinen nach DIN EN 1522 ein hoher Widerstand gegen Beschuss.

Brandschutzverglasung aus Glassteinen

Brandschutzglassteine entsprechen laut DIN 18175 der Feuerwiderstandsklasse G/E, verhindern also die Ausbreitung von Feuer und Rauch innerhalb des klassifizierten Zeitraums. Mit Brandschutzglassteinen können Fluchtwege und Trennwände von Industrie-, Gewerbe- und Wohngebäuden ansprechend gestaltet werden. Brandschutzglassteine der Feuerwiderstandsklasse F/E lassen zudem keine Wärmestrahlung durchdringen und sind als feuerhemmende und -beständige Verglasung für den Innen- und Außenbereich zugelassen.

Leuchtende Glasbausteine

Glassteine mit Solar- und LED-Technik können auch nachträglich als dekorative Beleuchtung von Geh- und Fluchtwegen und des Außenbereichs ohne aufwendige Verkabelung installiert werden.

Glassteine für die horizontale Verlegung

Für horizontale Anwendungen und begehbare Konstruktionen sind nur Voll- und Betongläser nach DIN 4243 mit einer Druckfestigkeit zwischen 12 und 160 Kilonewton erlaubt. Konstruktionen aus Beton, Stahl und Betonglas (Glasstahlbeton nach DIN 1045) dürfen auch zur Aufnahme von Lasten verwendet werden.

Hersteller von Glassteinen

Glassteine sind trotz der größeren Aufmerksamkeit in der Architektur und ihrer Variabilität immer noch ein Nischenprodukt, das von wenigen Herstellern produziert wird. Hierzu zählen:

  • Saxer Glasbausteine aus Altishofen in der Schweiz,
  • die WGS Westerwald Glasstein GmbH, die seit Juli 2011 exklusiv die bewährten SOLARIS Glassteine vertreibt
  • und der Weltmarktführer für Glassteine Seves Glassblock, der Teil der internationalen Seves Unternehmensgruppe ist.

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