Pop Up Store: inspirierende Retail Architektur von Dittel Architekten

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Mit ihrer Pop Up Box haben Dittel Architekten einen neuen Meilenstein in der Retail Architektur gesetzt. Das geniale Konzept umfasst einen kubischen, ausfahrbaren Ladenstand, der im geschlossenen Zustand nur 9 m2 Fläche einnimmt. Durch seine Nussbaumoptik wirkt der Stand sehr hochwertig und ist mit allen technischen Finessen ausgestattet.

Pop Up Box: eine wandelbare Verkaufsfläche für Händler

Die Pop Up Box steht im Einkaufszentrum Gerber in Stuttgart. Dieses gab die Box in Auftrag, um Leerflächen in der Ladenstraße gewinnbringend zu nutzen und gleichzeitig zu beleben. Generell ist im Moment die Nutzung von städtischen Leerflächen durch internationale Marken ein großes Thema im Einzelhandel. Mit der Pop Up Box können Marken nun einen Verkaufsraum flexibel und doch repräsentativ nutzen.

Bei der Gestaltung gab es an die Architekten zwei übergeordnete Vorgaben:

  • Bezug nehmen auf die Architektursprache des umgebenden Raums
  • Hohe Variabilität bei der Wahl der präsentierten Inhalte

Zudem sollte der Verkaufsraum auch hinsichtlich Zeit und Raum flexibel sein, um auch an anderen Orten innerhalb des Einkaufszentrums einsetzbar zu sein.

Realisiert wurden all diese Anforderungen durch ein vierteiliges System, welches im geschlossenen Zustand die Form eines Quadrats hat. In dieser Konfiguration überdauert es die Zeit nach Ladenschluss, erlaubt aber durch den Einsatz von Lochblenden dennoch Blicke ins Innere. Mit dem Verkaufsstart am Morgen bewegen sich drei Teile vom Hauptteil weg, der quasi das Zentrum bildet. Durch ein eigenes Hubsystem lassen sich die drei Flügelteile problemlos bewegen und – das ist einer der Clous des Konzepts – beliebig weit vom zentralen Dock aufstellen. Während die geschlossene Box eine fixe Fläche von 9 m2 hat, lässt sich die Verkaufsfläche von den angegebenen 30 m2 aufwärts beliebig erweitern.

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Pop Up Box (Quelle: http://www.d-arch.de/)

Optisch wählten Dittel Architekten einen Kontrast zwischen den braunen Seitenteilen in Nussbaumholz und dem weißen Inneren sowie den hellen Natursteinfliesen des Gerber Einkaufszentrums. Die Lochverblendungen sind in Schwarz gehalten und korrespondieren mit dem Gerber-Logo. Durch diese edel und doch natürlich anmutende Farbkombination soll sichergestellt werden, dass jede Marke einen wertigen und dennoch freundlich wirkenden Rahmen für die Präsentation ihrer Produkte vorfindet.

Auch die Technik ist im Pop Up Store vom Feinsten. In die Seitenwände sind Monitore eingelassen, die Passanten einen Blick auf die Waren ermöglichen, auch wenn der Store geschlossen ist oder sie ihn gerade nicht betreten möchten. Natürlich können die Monitore auch mit anderem Bild- oder Videomaterial gefüttert werden. Die Stromversorgung erfolgt über das Mittelteil, welches über den Boden mit dem Stromnetz verbunden ist. Die beweglichen Teile werden über das Mittelteil versorgt und enthalten Akkus, die über Nacht geladen werden, um am nächsten Tag Strom für die Lampen liefern zu können. Apropos Lampen: Diese kann man per flexiblem Klicksystem im Inneren anbringen und damit den Innenraum optimal ausleuchten.

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Pop Up Store (Quelle: http://www.d-arch.de/)

Foodcorner: Pop Up Essecke

Dittel Architekten hat für das Gerber noch eine zweite architektonisch interessante Lösung konzipiert: den Foodcorner. Diese „Essecke“ ist in Wirklichkeit eher eine Kombination aus langer Tafel und mehreren kleinen Essecken. Die lange Tafel besteht aus zwei Tischen und widerspricht in ihrer Konzeption dem vorherrschenden Trend zur Zurückgezogenheit. Ganz bewusst wollten Dittel Architekten einen geselligen Platz zum Essen schaffen. Platz für Diskretion ist dann in den beiden von Seitenwänden umgebenen Essecken.

Das Design zitiert den Pop Up Store. Auch beim Foodcorner kommt Nussbaumholz zum Einsatz. Ein besonderes Design-Merkmal ist die individuelle Bestuhlung: Statt einheitlichen Stühlen gibt es mehrere Typen, die zufällig verteilt um die Tafel angeordnet sind.

Über Dittel Architekten

Dittel Architekten ist ein Architekturbüro, das 2005 gegründet wurde und mittlerweile Niederlassungen in Berlin und Stuttgart hat. Als interdisziplinäres Architekturbüro hat es sich dem Corporate Design verschrieben. Die Kunden kommen aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Kommunikationsdesign, Retail, Bürogebäude, Restaurants, Messen, Möbel und Fassaden. Dittel Architekten beschäftigt insgesamt 25 Mitarbeiter, davon 11 Innenarchitekten, 6 Architekten, 5 Kommunikationsdesigner und 3 Back Office-Mitarbeiter.

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