Baufinanzierung – Das muss man wissen

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Die Zinsen für eine Hypothek befinden sich noch immer in einem rekordverdächtigem Tief. Deshalb träumen derzeit viele Schweizer davon, sich den Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen. Verschiedene Umfragen haben ergeben, dass sich einer von sieben Schweizern gerne ein eigenes Bauprojekt umsetzen möchte und einer von acht möchte gerne ein fertiges Haus kaufen und dieses nach seinen Wünschen umbauen. Der Traum von seinem eigenen Traumhaus lebt also bei vielen, doch um aus dem Traum die Realität werden zu lassen, bedarf es einer guten Baufinanzierung. Doch worauf muss geachtet werden und sieht eine gute Baufinanzierung aus?

Beste Baukredite vergeben Banken

In der Schweiz gibt es die Baufinanzierung fast nur bei Banken. In der Regel sind im Portfolio von Versicherungen oder Pensionskassen keine Baukredite zu finden. Doch warum ist dies so? In erster Linie gilt, den Baukredit und die Hypothek voneinander zu unterscheiden. Der Baukredit wird benötigt, um eine bestehende Liegenschaft zu renovieren oder zu Bauen. Viele träumen davon, ein umweltbewusstes und somit zukunftsorientiertes Eigenheim zu erbauen und setzen hierbei sogar auf extra dafür geschulte Architekten.


Viele Bauherren ziehen einen Architekten zurate, der ihnen das perfekte Eigenheim kreiert. (Bild: mrmohock – shutterstock.com)


Mit dem Baukredit wird nur die vorübergehende Finanzierung sichergestellt. Wird dagegen in eine bereits bestehende, fertige Immobilie investiert, spricht man von einer Hypothek.

  • Viele Banken können die Baufinanzierung in sehr vielen Fällen über kurzfristige Einlagen finanzieren. Das bedeutet, dass diese Einlagen aus den Sparkonten und den Girokonten ihrer Kunden stammt. Da sich die Zinsen auf ein Guthaben bei der Bank immer an den Marktzinsen orientieren, vergeben die Banken sehr gerne auch Baukredite, die nur eine Laufzeit von bis zu 5 Jahren haben.
  • Bei der Lebensversicherung und der Pensionskasse ist dagegen der Anlagenhorizont deutlich länger. Aus diesem Grund sind auch die Institute daran interessiert, über einen möglichst langen Zeitraum eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Deshalb sind für sie Hypotheken für die Baufinanzierung ab einer Laufzeit von sieben bis hin zu zwanzig Jahren sehr interessant.

Kostenkontrolle und Zinsberechnung beim Baukredit

Nach der Vergaben von einem Baukredit an einen Bauherrn bekommt die Bank von diesem stets die einzelnen Rechnungen der Handwerker. Es ist wichtig, dass eine ständige Kostenkontrolle erfolgt, weil gerade bei einem privaten Neubau die Kosten schnell höher ausfallen, als dies geplant wurde. Fallen diese Kosten deutlich höher aus, so kann im Prozess der Baufinanzierung die Bank die Umwandlung in eine Hypothek ablehnen. Für den Baukredit als Vorstufe der Baufinanzierung setzt sich der Zinssatz aus einem Basiszinssatz und zuzüglich aus einer sogenannten Bereitstellungskommission zusammen. In der Regel entspricht der Basiszinssatz dem Zinssatz für eine variable Hypothek. Mit der Bereitstellungskommission, die meistens bei 0,25 % je Vierteljahr beträgt, deckt die Bank in den meisten Fällen den Aufwand, der durch die Kostenkontrolle und die Besichtigung von Baufortschritten entsteht. Nimmt man als Beispiel an, dass der Zins für den Baukredit bei 2,5 % liegt und eine Bereitstellungskommission in Höhe von 0,25 % hinzukommt, so ergibt sich daraus ein effektiver Jahreszins in Höhe von 3,5 %.



Baufinanzierung mit einem General- oder Totalunternehmer

Wird in der Schweiz zusammen mit einem General- oder Totalunternehmer gebaut, muss bei den meisten Banken kein Baukredit beantragt werden. Die Zahlungstermine für die einzelnen Teilzahlungen sind in der Regel in diesen Fällen bekannt und die Bank zahlt dann in der Regelung als Baufinanzierung direkt eine Hypothek aus. Dies gilt sowohl für einen vollständigen Neubau, als auch für eine vollständige Modernisierung einer Liegenschaft zusammen mit einem General- oder Totalunternehmer.

Teilkonsolidierungen sparen Kosten

Eine Teilkonsolidierung von einem Baukredit kann sich lohnen, wenn der Zinssatz für den Baukredit im Vergleich zu den Hypothekenzinsen sehr hoch ist. Das bedeutet, dass der Bauherr den bereits beantragten Baukredit einfach in eine Hypothek umwandelt. Allerdings ist dabei zu beachten, dass hier die Hypothek nicht höher sein darf, als der beantragte Baukredit. Der Bauherr kann bei einer Teilkonsolidierung schon vom tieferen Zinssatz einer Hypothek profitieren.

 

Titelbild: nednapa – shutterstock.com

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